statistische Zeitwirtschaft statt klassischer Methoden

eine einfache und doch funktionierende Zeitwirtschaft bietet dem Unternehmen erhebliche Vorteile.

Auch läßt sich die statistische Zeitwirtschaft in Nebenbereichen, Verwaltungen einsetzen und bringt dort schnell meßbare Ergebniss.

Die statistische Zeitwirtschaft ist die logische Fortsetzung von "miß es oder vergiß es"
 
 

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Methoden-Unterschiede

moderne Zeitwirtschaft 
(statistische Zeitwirtschaft)
klassische Methoden 
(zb. nach Refa)
Bearbeitezeiten (für Vorgaben, Kalkulation) aus der praktischen Anwendung Vorgaben + Leistungsgrad durch Einzelzeitaufnahme
Täglich ergänzt, aktualisierte Werte Einmalig
Permanente Datenaufnahme Veränderungen nicht sichtbar, Aufnahme muß neu gemacht werden zur Überprüfung
Zeiten enthalten durchschnittliche Störungen, Erschwernisse Zeiten spiegeln „Laborcharakter“
Daten spiegeln Istzustand Zeiten zeigen oft Idealzustand
Tägliche Visualisierung Keine praktische Visualisierung 
Klassenbildung für Varianten  Taylorismus der Varianten 
Prozeßbetrachtung Taylorismus der Arbeitsgänge
Geringer Einführungsaufwand mittlerer Einführungsaufwand
Geringer Pflegeaufwand Extrem hoher Pflegeaufwand
Stets aktuelle Zeiten niemals aktuelle Zeiten, außer im Moment der Aufnahme
Einsetzbar auch zur Reduzierung von Nebenzeiten (zb. Reinigen, Rüsten) Meist nur Hauptzeiten
Einsetzbar zur Ermittlung von Prozeßzeiten ohne identische Wiederholung (Lager, Versand, Auftragssachbearbeitung) Identcharakter ist Grundvoraussetzung
Hohe Akzeptanz bei MA Geringe Akzeptanz
günstig teuer, kostenintensiv
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Zeitwirtschaft – ein dynamischer Prozeß

Die guten, alten Vorgabezeiten. Einmal aufgenommen, selten aktualisiert. Scheinbar frei von Veränderungen, feststehend, verläßlich. Nur gelegentlich, wenn die Abläufe oder Technologie sich änderte, (und man gerade Zeit hatte in der Abteilung Zeitwirtschaft) wurde „die Zeiten“ geändert und angepaßt.
Es herrschte (und herrscht noch immer) die Vorstellung, daß Vorgabezeiten weitgehend statisch sich verhalten, sich weder verändern noch verändern dürfen. Waren die Ergebnisse bei unterschiedlichen Messungen abweichend, so sagt die Lehre, ist die Ursache in der Leistung zu suchen. Doch auch die Leistung wurde als „fix“ definiert. Es wurde ein Leistungsgrad geschätzt (durch Beobachten), aus dem vorliegenden, geschätzten Leistungsgrad dann eine Leistung errechnet, die der sogenannten Normalleistung entsprechen sollte, usw.
Was ist bei dieser Vorgehensweise genau? Doch nur die ursprüngliche Messung, Beobachtung, also Stück je Zeiteinheit. Alles andere ist Willkür, Schätzung, Diskussionsgrundlage, Erfahrung oder sonst etwas.  So ist schon die Vorgabezeit an sich problematisch und alles andere als „wissenschaftlich exakt“.

Doch noch etwas anderes macht die Idee der klassischen Zeitwirtschaft problematisch:

Hinzu kommen Faktoren wie Jahreszeit, Temperatur, Arbeitsumgebung.

Ein weiterer Einflußfaktor ist die „Interdependenz der Prozesse“, dh. Die Prozesse sind voneinander abhängig, oft weit mehr als die evtl. Reihenfolgenoptimierung dies ausgleichen kann. Prozesse fördern oder behindern sich gegenseitig, die „richtige“ Mischung führt zu guten Ergebnissen. Selbstverständlich kann es unter knappen Ressourcen kein Thema heute sein, die einzelnen Einflußfaktoren zu bewerten oder bewertbar zu machen.

Daraus folgernd ist es eine Illusion, daß ein Prozeß sich statisch verhält. Das aber bedeutet, daß auch die „Zeiten“ (Vorgabezeiten, Bewertungszeiten) nicht eine feste Größe sind. Es gilt der Satz „unterschiedliche Messungen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen“ mehr denn je. Welche Vorgabezeit ist dann die richtige?
Es gibt  nur eine Antwort: eine statistisch ermittelte Kalkulationszeit, laufend überprüft und aktualisiert. Eine Kalkulationszeit, die das gesamte Spektrum an Einflußgrößen in unterschiedlichen Konstellationen und Kombinationen enthält. Nicht einmal aufgenommen und zementiert, sondern eben laufend beobachtet.
Die Kritiker diese Methode verweisen auf die Ungenauigkeit dieser Methode, doch hier ist zu erwidern: Ist das Ignorieren der Zusammenhänge dann genauer?

Die Welt wird nicht deshalb zur Scheibe, weil man die Krümmung nicht sieht.

In diesem Sinne: Einen Toast auf die statistisch basierte Zeitwirtschaft.

Jörg Wetter,
Wetter Unternehmensberatung, Oktober 2002

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   Die statistische Zeitwirtschaft wird unterstützt zb. durch die Software PFS Software
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Last updated 13.2.2004
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