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Diese Gaben fallen nicht vom Himmel. Es ist auch kein guter Ansatz, zu glauben, daß diese bereits automatisch vorhanden sind, nur weil man nichts Gegenteiliges gehört hat.
Sie wollen wissen, wie es in Ihrem Unternehmen veränderbar wäre? Gerne senden wir Ihnen unsere Broschüre "Personalentwicklung"
Alles was unter einem Schwellenwert von 15 Minuten
liegt, ist es im wahrsten Sinne nicht wert, daß es aufgeschrieben
wird. Das sind die kleinen und regelmäßigen Probleme der Bearbeitung,
diese gehören in die „normalen“ Zeiten! Deshalb ist für diese
der im Folgenden vorgestellte Weg Nr. 2 angebracht: Hierbei erfolgt die
Erfassung aller Zeiten (normale, reine Bearbeitezeit für den Prozeßabschnitt
zuzüglich der real anfallenden Nebenzeiten) als „Istzeit“. Dieser
steht als zweite Größe die Menge (Stückzahl) gegenüber.
Das wird nicht nur einmal gemacht im Sinne einer Aufnahme sonder es erfolgt
eine permanente Erfassung. Nicht die um alle Nebenzeiten bereinigte Zeit
des Prozesses ist das Ziel sondern die Erfassung der Realität, mit
all deren Unzulänglichkeiten. Die Bestimmung der Zeit erfolgt dann
auch nicht nach Refa-Verfahren sondern es kommt die Statistik zum Einsatz.
Dies wiederum bedingt die gleichzeitige Abkehr von der Zeitwirtschaft auf
einzelnen Arbeitsgängen (Bohren, Fräsen, Schleifen etc.), die
statistische Zeitwirtschaft (gelegentlich auch dynamische Zeitwirtschaft
genannte) mißt ganze Prozeßabschnitte (Bauteil xy herstellen).
Werden die produzierten Stückzahlen dann mit diesen, praxisrelevanten
Zeiten bewertet so ergibt sich schließlich wieder die wahre Produktivität.
Und diese sind dann wieder Gegenstand des „kontinuierlichen Reduzierungsprozeß“
durch Visualisierung und Diskussion mit den Mitarbeitern.
Unternehmen, die diesen Weg begangen haben, sparten
sich nicht nur erheblichen Aufwand in der Zeitwirtschaft. Wichtiger noch
ist die damit einhergegangene Reduzierung (bis zu 30% ist keine Seltenheit)
der Nebenzeiten bei gleichzeitig höchster Aktualität und Verläßlichkeit
der Werte. Das Schätzen von Gemeinkostenfaktoren und die damit verbundene
Unsicherheit gehören dann der Vergangenheit an.
Sie wollen auch die Wege Nr 1 und die anderen Kennenlernen? Lassen Sie doch von sich hören!
Eine andere Form von Zeitwirtschaft
Beispiel 1:
Kind wird von Mutter auf den Markt mit DM 10
geschickt. Es soll Äpfel und Birnen kaufen.
Es kommt zurück mit 6 Birnen und 2 Äpfeln.
Was kosten die Birnen? Antwort: keine Ahnung
Am nächsten Tag geht es wieder hin mit DM
10. Diesmal kommt es zurück mit 3 Äpfel und 4 Birnen. Was kosten
die Birnen:
Antwort: Die Birnen kosten DM 1 je Stück,
die Äpfel DM 2 je Stück.
Das war noch einfach!
Denn mathematisch ist das „eineindeutig“
(1) 10 = 2 A + 6 B
(2) 10 = 3 A + 4 B
(3) 15 = 3 A + 9 B (Gleichung 1: geteilt
durch 2 mal 3)
(4) 5 = 5 B (3) – (2)
==> B = 1
Aber was ist wenn das Kind am dritten Tag loszieht und nun mit 3 Äpfel und 5 Birnen zurückkommt? Dann versagt die Mathematik, da die „Eineindeutigkeit“ nicht mehr vorhanden ist. Jetzt kommen statistische Verfahren bzw. die Simulation zum Einsatz! Die Simulation errechnet nun Näherungswerte für den Birnenpreis und den Apfelpreis. (in diesem Beispiel: DM 1,58 für Äpfel und DM 1,16 für Birnen, nicht toll, aber bei drei Tagen „Datenbasis“ auch nicht schlecht, besser auf jeden Fall als „keine Ahnung“)
Aber noch etwas:
Was denken Sie, wenn das Kind zurückkommt
und am ersten Tag die 10 DM ausgegeben hat und nur mit Birnen zurückkommt
(6 Stück). Dazu mit dem Hinweis: Die Äpfel würde es morgen
geben. Am nächsten Tag kommt es dann mit 5 Äpfeln und 4 weiteren
Birnen.
Was rechnen Sie nun? Tag 1 = 10 DM 6 Birnen à
eine Birne DM 1,67 ??
Am nächsten Tag nun? Da die Birnen ja 1,67
DM kosten, kosten die Äpfel dann etwa 0,66 DM? Alles falsch! Im besten
Fall vertagen Sie die Lösung! Aber das weiß das System ja nicht!
Deshalb ist es so notwendig, richtig zu melden!
Kein Praxisbezug? Ersetzen Sie die Äpfel durch Montage Gerät 0815, die Birne mit Gerät 0816. Statt DM nehmen Sie Anwesenheitszeit. Lösungen zu Problemen dieser Art bietet unsere Software PFS mit den Simulationsverfahren. Interessiert? Dann freuen wir uns über Ihren Anruf, Ihre Email oder Ihr Fax!
Zur Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb
der Gruppenarbeit ist es notwendig, die wesentlichen Merkmale der Gruppenarbeit
transparent zu machen und immer wieder ins Bewußtsein zu rufen.
Desweiteren bietet eine Gruppenentlohnung die
Möglichkeit auch Qualifikation in einem Lohnbaustein zu berücksichtigen.
Die dann entstehende „Qualifikationsmatrix“ kann
zum einem fachlich aufgebaut sein, zum anderen kann sie soziale Komponenten
(im Sinne von anzustrebendem Verhalten) enthalten:
Soziale Komponenten:
1. Zusammenarbeit mit Kollegen
2. Teamfähigkeit
3. Interesse an der Arbeit
4. Interesse an der Gruppe
5. persönliche Leistung im Vergleich zum
Gruppenmittel
6. Leistung in der Gruppe
7. Mitarbeit in der Gruppe
8. Zusammenarbeit mit Gruppensprecher
9. Bereitschaft an anderen Arbeitsplätzen
zu arbeiten
10. Abstimmung mit Kollegen über Arbeitszeit
und Freischicht
11. flexible Nutzung der Arbeitszeit gemäß
Gruppeninteresse
12. Pünktlichkeit
13. Zuverläßigkeit
14. Fehlzeitverhalten
15. Eigeninitiative für die Gruppe
16. Ordnung und Sauberkeit, Mitarbeit bei Reinigung
17. konstruktive Beiträge im Teamgespräch
18. Qualität und Fehlerhäufigkeit
19. Kommunikationsverhalten
20. Verbesserungsvorschläge
Die Bewertung kann (soll) durch die Mitarbeiter
selbst geschehen, in Form eines Ausfüllbogens (mit Erläuterungen
und einfachem Schema bzw. Vergleichen). Jeder Mitarbeiter füllt ein
Blatt für jeden seiner (Gruppen-)kollegen aus. Die Blätter werden
eingesammelt vom Vorgesetzten und zusammen mit dem Betriebsrat entsprechend
ausgewertet. Variante:
Es können auch die Bewertungsbogen anonymisiert
werden, so daß der Ersteller nicht erkennbar ist. Ob sich dies bewährt
muß sich in der Praxis zeigen.
Die Bewertung ist standardisiert nach einem Punkteverfahren.
Für jedes Merkmal gibt es vier Felder (mit 0 bis 5 Punkten), der Bewertungsbogen
enthält nur Multiple-Choice-Auswahlen.
Die Bewertung erfolgt einmal jährlich.
zu kompliziert? zu viele Faktoren? Gerne suchen wir mit Ihnen ähnliche Lösungen, passend für Ihr Unternehmen. Sprechen Sie uns an.
Regelungen zu einer Qualifikationsmatrix
Die Matrix soll alle über eine Basistätigkeit
hinausgehenden Tätigkeiten und alle Mitarbeiter in der Abteilung enthalten.
Die Tätigkeiten sollen so gewählt sein, daß logisch zusammenhängende
und von einer Person ausgeführte Arbeitsgänge als eine einzige
Tätigkeit aufgeführt sind.
Es wird eine Basisqualifikation vorausgesetzt,
die die nicht zusätzlich honorierbaren Tätigkeiten / Einsatzmöglichkeiten
beinhaltet. Das „Können“ dieser Anforderung wird nicht weiter unterschieden
und geht auch nicht in die Q-Matrix der Zusatzqualifikationen ein.
Das Beherrschen von Basistätigkeiten zählt
nicht als Qualifikation. Die Felder der Matrix sollen eine echte Zusatzqualifikation
darstellen.
Eine (Zusatz-)Qualifikation ist erst dann als
solche zu werten, wenn nicht durch einfachstes Training in kürzester
Zeit diese Qualifikation erreicht werden kann. Eine honorierbare Qualifikation
muß mit einem Aufwand (in Form von Training, Fortbildung, Schulung
etc.) beim Mitarbeiter einher gehen, d.h. der Mitarbeiter muß etwas
„investieren“. Desweiteren muß die Qualifikation eindeutig von anderen
abgrenzbar und vor allem nachprüfbar sein. Die besten Formen stellen
dabei eindeutige Prüfungen etc. dar (z.B. QS-Schein, Führerschein,
Staplerschein etc.)
Punktevergabe Qualifikation
Jeder Mitarbeiter kann in „seiner“ Matrix für
jede definierte Tätigkeit zwischen 0 bis 3 Punkte erhalten.
a) 0 Punkte für keine Qualifikation (oder
unbekannt)
b) 1 Punkt für „Können“, d.h. der Mitarbeiter
hat die Arbeit schon ausgeführt und kann die Mehrzahl der an diesem
Arbeitsplatz anfallenden Produkte/Artikel und Arbeiten selbständig
ausführen. Nach Anleitung kann er alle Anforderungen an diesem Arbeitsplatz
erfüllen. (Anm. (Vorschlag: Die Mehrzahl bedeutet in diesem Fall 80%
der Anforderungen
c) 2 Punkte für „Beherrschen“, d.h. der
Mitarbeiter kann alle an diesem Arbeitsplatz anfallenden Tätigkeiten
und Produkte/Artikel selbständig ausführen.
d) 3 Punkte erhält der Mitarbeiter wenn
er die Tätigkeit „beherrscht“ und andere Mitarbeiter derart einlernen
kann, daß diese danach an dem Arbeitsplatz die Qualifikationsstufe
„Können“ erreichen.
Punktevergabe Flexiblität
Eine Qualifizierungspunkt (Feld) soll die Flexibilität sein. Diese wird wie eine weitere Anforderung (Zusatzqualifikation) gesehen.
Die Punktvergabe wird wie folgt geregelt:
a) 1 Punkt für die Bereitschaft in anderen
Abteilungen zu arbeiten
b) 2 Punkte für das „Können“ mindestens
einer Tätigkeit einer anderen Abteilung (vgl. Regelungen zur sonstigen
Punktvergabe).
c) 3 Punkte für das „Beherrschen“ von mindestens
einer Tätigkeit einer anderen Abteilung
2 Punkte erhält ein Mitarbeiter auch dann, wenn er die Basisqualifikation für mindestens 2 Abteilungen besitzt und in diesen beiden Abteilungen in den letzten 12 Monaten gearbeitet hat.
Auch für Ihr Unternehmen? Dann gilt es nun, Qualifikationmerkmale zu definieren. Wir helfen dabei. Sprechen Sie uns an.
Voraussetzung für Gruppensprecher
Die Funktion des Gruppensprechers ist mehr und mehr von Verantwortung geprägt. Um die Funktion des Gruppensprechers übernehmen zu können, sind deshalb verschiedene Voraussetzungen notwendig. Diese sind zu bezeichnen mit:
I MethodenkompetenzZum Gruppensprecher können nur Mitarbeiter gewählt werden, die mindestens in jedem Fachgebiet ein Thema nachweislich beherrschen, insgesamt sollten mindestens 4 Themen beherrscht werden, zusätzlich der deutschen Sprache als unabdingbare Voraussetzung, Ein Nachweis kann erfolgen durch
II Sozialkompetenz
III Fachkompetenz/persönliche KompetenzZu jedem der drei Punkte gibt es vier Kriterien.
Methodenkompetenz
a Problemlösungstechniken
b Grundlagen KVP
c Grundlagen QS-Management
d Grundlagen ArbeitswirtschaftSozialkompetenz
a Moderation
b Konfliktlösung
c Kommunikation
d Delegation von Aufgaben/FührungFachkompetenz/Persönliche Kompetenz
a Mindest beschäftigt in Abteilung 1 Jahr
b Facharbeiter oder mind. 2 Jahre beschäftigt
c Mindestens in 3 Teilbereichen gearbeitet (Gesamtüberblick Abläufe)
d Deutsche Sprache in Wort und Schrift
Der Mitarbeiter, der diese Voraussetzung erfüllt und sich zur Wahl stellt muß ferner bereit sein, alle fehlenden Punkte zu erlernen, in Seminaren und Schulungen. Die Kosten der Schulung übernimmt das Unternehmen, der Mitarbeiter muß bereit sein, die Schulungen an Wochenende zu absolvieren, die Schulungszeit ist nur zu 50% Arbeitszeit und wird nur in dieser Höhe ohne Zuschläge vergütet.
Auch für Ihr Unternehmen? Dann gilt es nun, die Kompetenzen zu definieren, zu schulen, aufzubauen. Wir helfen dabei. Sprechen Sie uns an.
Aufgaben und Abgrenzungen für Gruppensprecher
Klare Aufgabenzuweisungen und Regeln machen die Arbeit von Gruppensprechern erst beherrschbar und verhindern Konflikte mit anderen Mitgliedern in der Organisation (zb. Meister)
Auch für Ihr Unternehmen? Dann gilt es nun, die Aufgaben den Beteiligten zuzuweisen, die Regeln zu definieren. Wir helfen dabei. Sprechen Sie uns an.
Beispiel Betriebsvereinbarung Entlohnung bei Gruppenarbeit
Gruppenarbeit bedeutet auch in vielen Fällen
die Einführung einer neuen Entlohnung. Einzelakkord ist absolutes
Gift für die Gemeinschaft, Gruppenakkord ist wegen der tariflichen
Regelungen und Definitionen Gift für die angestrebten Ziele (Verbesserung
des Umfelds, Reduzierung Nebnezeiten, einfache Datenermittlung). Das neue
Lohnmodell bedarf neuer Komponenten, Definitionen und Regelungen. Im Nachfolgenden
sehen Sie den typischen Inhalt einer solchen Betriebsvereinbarung
|
| Auch für Ihr Unternehmen? Dann gilt es nun, die Gliederungspunkte zu erarbeiten und auszufüllen. Wir helfen dabei. Sprechen Sie uns an. |
Beispiel (Grafik) Aufbau einer modernen Entlohnung zur Gruppenarbeit
bekannte Schwierigkeiten bei der Gruppenarbeit
Die Einführung der Gruppenarbeit ist kein einfacher Prozeß. Im Gegenteil: Die Einführung und die Erfolge sind nicht eindeutig planbar; einige Unternehmen tun sich damit schwerer als andere. Der Hauptgrund dafür ist, daß man es mit Menschen zu tun hat. Und jeder Mensch ist eben anders, hat andere Sorgen und Erwartungen, Besonderheiten, Stärken und Schwächen. Gruppenarbeit hat mit Menschen zu tun, die Einführung der Gruppenarbeit mit der Veränderung des Verhaltens. Je mehr verändert werden soll und muß, desto schwieriger die Aufgabe und desto länger der Weg!
Einige typische Schwierigkeiten, die auf diesem Weg auftauchen sind:
(1)
Gruppengespräche finden nicht statt
(2)
Gruppengespräche werden verschoben, da man wichtigeres zu tun habe
(3)
Gruppengespräche werden verschoben, weil man „keine Themen“ hat
(4)
In den Gruppengesprächen sind alle Mitarbeiter passiv und schweigen
(5)
Es findet keine Veränderung statt
(6)
Gruppensprecher will nicht mehr länger Gruppensprecher sein
(7)
Externe Personen mischen sich ein
(8)
Vereinbarungen werden gebrochen
(9)
Die Leistung bleibt unverändert
(10)
Einzelne Mitarbeiter boykottieren
Lösungen:
(1) Gruppengespräche müssen durch die
Führung zusammen mit den Gruppen und Gruppensprechern verbindlich
festgelegt und fest terminiert werden. Zb Immer Montags 9:45
(2) Siehe oben, hier ist aber nochmals das Verständnis
zu schärfen, daß Gruppenarbeit nicht eine weitere Tätigkeit
ist, sondern Rahmen für das Ganze. „Meine Säge ist stumpf,
weil ich keine Zeit zum schärfen habe – weil meine Säge stumpf
ist brauche ich viel länger“
(3) Themen gibt es immer. Man muß einen
„Themenspeicher“ erarbeiten mit der Gruppe, aus diesem werden dann Themen
abgearbeitet. Ist der Themenspeicher ziemlich leer, werden neue Themen
erarbeitet. Auch die Führung kann Themen vorgeben (zb wie kann ein
aktuelles Umsatzziel erreicht werden, wie kann ein bestimmter Prozeß
verbessert werden etc.)
(4) Besonders schwieriger Punkt. An dieser Stelle
verlieren oft dann auch Gruppensprecher die Begeisterung. Hier muß
geschult werden in a) Gesprächsführung, b) Moderation. Hilfreich
ist auch eine Unterstützung durch die Führung selbst. Dies kann
in der Form geschehen, daß eine Führungskraft oder ein Beauftragter
oder Externer mit in die Gespräche gehen und dort aktiv eingreifen,
einzelne Mitarbeiter direkt ansprechen usw. Auch Rollentausch im Gruppengespräch
kann helfen, Aufgabenverteilung („jeder überlegt sich bis zum nächsten
mal...“). Hilfreich ist, wenn Gruppengespräche auch Spaß machen
können.
(5) Die Frage ist, warum? Wurden Maßnahmen
beschlossen? Wenn nicht, warum nicht? Wenn doch, warum wurden die nicht
umgesetzt? Wichtig ist der Dialog, das Feedback! Auch die klare Zuordnung
und Übernahme von Verantwortung ist oft der Schlüssel zur Veränderung.
Vielleicht weiß die Gruppe und der Sprecher gar nicht, was sie sollen
und dürfen.
(6) Hier sind die Ursachen zu klären. Ist
es methodische Überforderung ? Dann kann Schulung manchmal helfen?
Ist es soziale Überforderung, verstecktes Mobbing, Isolation? Evtl.
kann es helfen, die Aufgaben nochmals zu definieren, auch der Gruppe gegenüber.
Oder ein Eingreifen der Führung oder des Betriebsrats ist notwendig.
(7) Sind die Kompetenzen und Rechte geklärt?
Auch Dritten gegenüber? Oft sind Abteilungen Fertigungsplanung, Arbeitsvorbereitung,
Steuerung und Disposition nicht eingebunden, informiert oder halten sich
nicht an Absprachen.
(8) Vereinbarungen haben Vertragscharakter. Verträge
brechen muß zu Konsequenzen führen. Führung muß sich
einmischen hier.
(9) Wird die Leistung denn überhaupt gemessen?
Wird sie in den Gruppengesprächen angesprochen und Maßnahmen
konkret dazu beschlossen?
(10) Mit diesen Mitarbeitern muß durch
die Führung ein Gespräch geführt werden. Es muß herausgefunden
werden, was sie ärgert und zur Verweigerung führt. Und es muß
herausgefunden werden, was aus deren Sicht getan werden muß. Allerdings
kann nicht für jeden Mitarbeiter eine Sonderlösung gelten.
Beispiel
Betriebsvereinbarung zur Gruppenarbeit
|
| Auch für Ihr Unternehmen? Dann gilt es nun, die Gliederungspunkte zu erarbeiten und auszufüllen. Wir helfen dabei. Sprechen Sie uns an. |
Gedanken zur Gruppenarbeit:
warum das alles? KVP als Weg und Ziel zugleich
| Was ist KVP?
- Programm der kleinen Schritte - Dauerhaft und immer wieder - Weg als Ziel |
Wie erreicht man KVP?
- Verbesserung - Vermeidung - Mitdenken |
| Wer macht KVP?
- Mitarbeiter vor Ort - Team-/Gruppensprecher - Vorgesetzte |
Warum macht man KVP?
- Verbesserung der Produktivität - Erhalten Wettbewerbsfähigkeit - Reduzierung Kosten - Verbesserung Qualität - Arbeitsplatzsicherung |
| Was hat Gruppenarbeit mit KVP zu tun?
- Alle wissen was - Gruppe ist effektiver - Vermeidung bedeutet Lernen durch andere |
Wie macht man KVP in der Gruppenarbeit?
- Gruppen-/Teamgespräch - Gruppenmoderation - Messen und vergleichen (Kennzahlensystem) |
| Was benötigt man zu KVP?
- Fachkompetenz - Sozialkompetenz - Methodenkompetenz |
Was gehört zur Sozialkompetenz
- Kommunikationsfähigkeit - Fragetechnik - Konflikterkennung und Vermeidung |
| Was gehört zur Methodenkompetenz
- Teamgespräch - Kennzahlen und Instrumente - Protokolle - Themenspeicher - Problemlösungsmethoden |
Problemösungsmethoden
- Fischgrätendiagramm - Fadenkreuz - 2-Felder Matrix - Problem-Analyse-Schema - Maßnahmenplan - Projekt-/Maßnahmenüberwachung |
Leistungs-Kennzahlen
für die schwierige Bereiche (zb Werkstatt)
"ohne Kennzahlen ist alles Nichts" "mögen
Sie Fußballspiele ohne Tore und Schiedsrichter?"
I. Originäre Leistungs-Kennzahlen
Originäre Kennzahlen zur Leistung sind immer
gekennzeichnet durch eine meßbare abgegebene Leistung in Bezug zur
verbrauchten (eingesetzten) Anwesenheitszeit der Mitarbeiter.
Möglichkeit 1: Verrichtungen
Messen und Bewerten einzelner Verrichtungen.
Verrichtungen wären zb. Bohren, Schleifen, Schweißen, Abkanten
etc. Die Messung kann durch Aufschreibung erfolgen, die Ermittlung der
Zeiten bzw. die Bewertung erfolgt über Statistik (Alternative Zeitaufnahmen)
Eine solche Vorgehensweise ist nur bei klaren
und vorhandenen Arbeitsplänen möglich. Ohne solche Arbeitspläne
(die die Verrichtungen enthalten) ist eine Messung/Erfassung sinnlos, die
Mitarbeiter könnten einfach zusätzliche Verrichtungen angeben
um die Leistung fiktiv zu erhöhen.
Maßnahme vorab: Prüfen Arbeitspläne
Möglichkeit 2: Arbeitswerte
Es werden Arbeitswerte definiert, vergleichbar
den Berechnungsgrundlagen der Automobil-Service-Werkstätten. Ein Arbeitswert
ist ein Zeitabschnitt (zb 15 Minuten). Die anstehenden Aufträge werden
von der Auftragsstelle (oder Meister) zuvor nach Arbeitswerten eingruppiert
(geschätzt). Die Bewertung der Leistung ist dann abgegebene Arbeitswert
in Bezug zur Anwesenheitszeit. Voraussetzung ist eine realistische Einschätzung
der Arbeitswerte. Dies gelingt dort besonders, wo Marktpreise im Wettbewerbe
stehen. Stehen Marktpreise nicht vollständig transparent zur Verfügung
so ist alternativ zu empfehlen, die Arbeitswertkalkulation als Basis zur
innerbetrieblichen Verrechnung zu verwenden. So entsteht gleichzeitig neben
der Kontrolle auch ein Kostenbewußtsein und Kostentransparenz bei
den Auftraggebern. Langfristig drängt sich die Frage nach einer Verselbständigung
der Abteilung dann auf (im Sinne eines Cost-Center, Profit-Center oder
eigenständiger GmbH)
Maßnahmen vorab:
Verrechnung prüfen bzw. einführen
Möglichkeit 3: Zeitklassen / Tätigkeiten
Es werden bestimmte Standardtätigkeiten
definiert. Diese sind die sog. Tätigkeitsklassen (oder Zeitklassen).
Alle einzelnen Verrichtungen dazu werden nicht getrennt erfaßt oder
bewertet. Standardtätigkeiten könnten zb sein:
- Motor ausbauen
- Getriebe ausbauen
- Motor zerlegen und überholen
- ....
Für diese Tätigkeiten werden Kalkulationszeiten
hinterlegt. Die Kennzahl ist dann einfach zu ermitteln aus Kalkulationszeit
mal abgegebene Einheit in Bezug (geteilt durch) zur Anwesenheitszeit.
Die Kalkulationszeiten kann gefunden werden:
- Vereinbarung / Diskussion mit Mitarbeitern
/ Meistern / Vorgesetzten
- Selbstaufschreibung Ist (statistische Ermittlung)
- Zeitaufnahmen (nicht zu empfehlen)
Maßnahmen vorab:
- Tätigkeiten festlegen
Möglichkeit 4: Kosten
Statt Arbeitswerten kann die Abteilung auch an
ihren Kosten und Leistungen bewertet werden. Das führt zu einem Ansatz
in Richtung Profit-Center oder eigenständiger GmbH. Voraussetzung
ist, daß die Leistungen den Leistungsempfängern (Produktion)
in Rechnung gestellt wird. Die abgerechneten Kosten stehen den entstandenen
Kosten gegenüber, diverse Vereinfachungen wären in einer Übergangsphase
denkbar. Eine derartige Vorgehensweise bedeutet aber auch bei den
Auftraggebern Kostenbewußtsein; dauerhaft entsteht damit ein Wettbewerb
zum Markt.
Maßnahmen vorab:
- Verrechnung prüfen bzw. einführen
II. Sekundäre Leistungs-Kennzahlen
Unter sekundären Kennzahlen zur Leistung
sind eine Zuordnung der Kennzahlen aus anderen Bereichen.
Die Idee dabei ist, daß die zu bewertende
Abtielung als Aufgabe hat, die anderen Abteilungen mit Leistungen (zb Reparaturen)
zu versorgen. Arbeitet die Abteilung besonders schlecht, werden die auf
Dauer die anderen Abteilungen auch schlechte Leistungen erbringen (müssen),
sofern keine Substitution möglich ist.
Insofern könnte die zu bterachtende Abteilung
an die Kennzahlen der Produktion zumindest teilweise gekoppelt werden.
Zb. Verfügbare Zeit Anlagen, Nutzung Anlagen,
Reparaturzeiten, Störzeitbeseitigung
Berechnung der abgeleiteten Leistung dann: Kennzahl (zb verfügbare Anlagenzeit) in Bezug zur Anwesenheit in der zu bewertenden Abteilung.
Maßnahmen vorab:
Externe Kennzahlen und Einflußgrößen
(Gewichtung) festlegen
III. Kombinationen der Leistungs-Kennzahlen
Als Alternative zu den o.g. Kennzahlensystematiken bietet sich auch eine Kombination aus beiden Teilen an. Das würde zb bedeuten, daß bestimmte, klar abgrenzbare und bewertbare Tätigkeiten zb nach der Methode I–2 oder I–3 erfaßt und bewertet werden, der Rest der Zeit dann an sekundäre Kennzahlen gekoppelt würde.
Maßnahmen vorab:
- Tätigkeiten bestimmen
- Externe Kennzahlen und Einflußgrößen
(Gewichtung) festlegen
gebräuchliche
Begriffe und Abkürzungen
"schöne neue Arbeitswelt"
0-9
5A
siehe 5S
5M
Methode zur Fehlervermeidung: Mensch, Maschine,
Material, Methode und Messgröße.
5S / 5A
Seiri (Ausrangieren), Seiton (Aufräumen),
Seiso (Anordnen), Seiketsu (Arbeitsplatz sauber halten), Shitsuke (Anordnung
zur Regel machen)
5W
Die Fünf-Warum-Methode – eine Vorgehensweise
zur Problemanalyse
6-Stufen-Methode
1. Vor Ort gehen, 2. gegenwärtige Situation
verstehen, 3. Sofortmaßnahmen einleiten, 4. Ursachen finden, 5. Gegenmaßnahmen
treffen, 6. Wirksamkeit überprüfen
7 Arten der Verschwendung
Die sieben Arten der Verschwendung in der Produktion
(und im Office): Überproduktion (Über-Information), Bestände,
Transport (Informationstransfer), Wartezeiten, Verschwendung innerhalb
der Herstellung/Bearbeitung (Organisation des Arbeitsprozesses), unnötige
Bewegungen, auftretende Fehler. Als eine weitere (8.) Art der Verschwendung
kann die nicht genutzte Kreativität von Mitarbeitern aufgefasst werden.
A
ABC-Analyse
Die ABC-Analyse ist ein Verfahren zur Schwerpunktfindung
durch Gruppenbildung , typisch bei der Analyse von Artikeln oder Kunden
( Kundenertragswert ).
AKVE
Aufgabe, Kompetenz, Verantwortung, Entscheidung
Andon-Tafel
Eine Anzeigetafel, die den aktuellen Stand der
Produktion (Soll/Ist; Störungen usw.) signalisiert.
Autonome Instandhaltung
siehe TPM
B
BDE
Betriebs-Daten-Erfassung (meist technisch über
Terminals mit Schnittstellen zur Maschine sowie Software) meist zusammen
mit MDE
D
Deming Kreis
siehe PDCA
DoE
Design of Experiments (statistische Versuchsplanung);
wird bei mehreren beeinflussbaren Prozessparametern angewendet, um diese
in ein Optimum zueinander zu bringen
Durchlaufzeit
Die Durchlaufzeit/Gesamtzykluszeit ist die Spanne
zwischen dem Zeitpunkt der Bedarfsäußerung/Kundennachfrage und
der Erfüllung; Summe der einzelnen Zykluszeiten plus Warte-/ Leerlaufzeiten.D.h.
Wartezeit für den Kunden!
E
EKUV-Analyse
Identifikation und Verringerung von Verschwendung:
verschwendungsreiche Prozesse eliminieren, mit anderen Prozessen kombinieren,
umstellen oder vereinfachen.
F
FiFo
Das Prinzip „First in – First out“ bedeutet:
Was zuerst hereinkommt, wird zuerst entnommen bzw. bearbeitet.
Flussgrad
Verhältnis von Prozesszeit / Zykluszeit
(tatsächliche Bearbeitungszeit) zur Durchlaufzeit
Fluss-Layout
Arbeitsprozesse sind in unmittelbarer Nähe
im Fluss angeordnet um one piece flow zu ermöglichen.
FMEA
Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse,
ein Instrument zur Irrtumsvermeidung während des Entwicklungsprozesses
FTA
Fault Tree Analysis, Fehlerbaumanalyse
G
Gemba
Ort des Geschehens, Werkstatt
GAE
Gesamtanlageneffizienz, Kennzahl zur Messung
der Anlageneffizienz; bei der Berechnung werden Verfügbarkeit, Leistung
und Qualität berücksichtigt
H
Heijunka /Nivellierte Produtkion
Ausbalancierte Produktion: Die Produktionsmenge
über einen bestimmten Zeitraum konstant halten und in kleinste Tagesmengen
aufteilen, so dass eine optimale Ressourcennutzung entsteht.
Hoshin Kanri
Strategische Planung, Zielauflösungsprozess
I
Ishikawa-Diagramm
Fischgräten- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm
J
Jidohka
Autonomation, mannloser Betrieb einer Maschine.
Bei Abweichungen vom normalen Produktionsprozess (Defekte, Werkzeugbruch,
fehlender Teilenachschub usw.) hält die Maschine selbstständig
an und gibt dem Werker ein Signal zum Eingriff.
Just-in-time
Produkte und Dienstleistungen werden bereitgestellt
ausschließlich dann, wenn sie vom Kunden nachgefragt werden, exakt
zu der vom Kunden benötigten Zeit, genau in der von Kunden nachgefragten
Quantität und Qualität.
K
Kaizen
KAI = Veränderung, ZEN = gut / zum Besseren;
Kontinuierliche Verbesserung
Kanban
Anweisungskarte, Signal. Methode, um eine ziehende
Fertigung (Pull) zu realisieren
Kundentakt
Der Kundentakt (Taktzeit) gibt an, wie viel Zeit
für eine bestimmte Tätigkeit idealerweise in Anspruch genommen
werden soll, um die Kundennachfrage genau zum richtigen Zeitpunkt – just
in time – zu befriedigen. Der Quotient aus “Nettoarbeitszeit” (d.h. ohne
produktive Zeit wie z.B. Pausen) und durchschnittlicher täglicher
Kundenanforderung (Menge, Umfang) ergibt den Kundentakt. Die Durchlauf-/Zykluszeit
ist wiederum die tatsächlich benötigte Zeit.
KVP (Ablaufoptimierung)
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Optimierung
des Mikrobereiches des Arbeitsplatzes mit Unterstützung der Werker
(siehe auch motion economy).
L
LCA
Low-cost-automation, einfache Automatisierung;
Hauptmerkmale: Simple, Small, Smart (einfach, schmal und klein, clever),
Modularer Aufbau, Verzicht auf Verankerung (Ausstattung mit Rädern),
Flexible Versorgungsanschlüsse
Lean
schlank oder nahezu frei von Verschwendung
Line Balance
Verhältnis von Zykluszeit zur Taktzeit
Line Stop
Linie wird bei auftretenden Problemen (Leistung,
Qualität, Fehlteile etc.) sofort gestoppt.
Logistikzug
Hochfrequente Materialanlieferung im Routenverkehr
mit Mischladung.
M
MDE
Maschinen-Daten-Erfassung (meist technisch über
Terminals mit Schnittstellen zur Maschine sowie Software) meist zusammen
mit BDE
MIS
Management-Informations-System
„Milk run“-Prinzip
Ein LKW holt in einem Umlauf von verschiedenen,
räumlich nahen Zulieferern Teile bzw. Teilesets mit zeitlich gleicher
Reichweite. Das Milk run-Prinzip erhöht die Lieferfrequenz jedes Teils,
führt so zu einer gleichmäßigeren Auslastung im Tagesverlauf
und ermöglicht eine Senkung der Sicherheitsbestände.
Mizuzumashi
„Wasserläufer“, steuert die Linie und ist
Transporteur zwischen Supermarkt und Linie
Motion Economy
Bewegungslehre, um die Abläufe im Mikrobereich
so effizient wie möglich zu gestalten
Muda
Verschwendung
Mura
Unregelmäßigkeit
Muri
Übermäßige Belastung
N
Nagara
Einfache Start-Schalter, die in Einhand-Bedienung
ausgelöst werden können.
O
OEE
Overall Equipment Effectiveness
Kennzahl zur Messung der Anlageneffizienz. Hier
gehen meist die gesamte theoretisch mögliche Laufzeit ein (im Nenner),
im Zähler steht dagegen die tatsächliche Laufleistung. Somit
wird die Kennzahl durch Rüsten, Warten, Reparaturen, Stillstände
negativ beeinflußt.
One piece flow
Je größer das Los ist, desto mehr
Teile warten bzw. lagern, bis das Los vollständig abgearbeitet ist.
„One piece flow“ (Einzelstückweitergabe) bedeutet eine Losgröße
von 1 und verhindert diese Verzögerungen. D.h., ein bearbeitetes Teil
wird sofort zur Weiterbearbeitung in die nächste Prozessstufe gegeben.
One piece flow ermöglicht minimale Durchlaufzeiten bei maximaler Flexibilität,
erfordert aber zwingend schnelle Rüstzeiten.
One Point Lesson
Kurzschulung: Auf einem Blatt wird alles erklärt,
was bei der Wartung von Anlagen/Maschinen beachtet werden muss; muss an
der Anlage greifbar sein.
P
Pareto-Prinzip
„80/20-Regel“, empirisch ermitteltes Grundprinzip:
20% aller Ursachen bewirken 80% der Wirkung bzw. mit 20% der Zeit können
80% der Ergebnisse erreicht werden
PDCA-Kreis
Qualitäts- und Verbesserungsregelkreis:
Plan-Do-Check-Action – Planen-Tun-Checken-Agieren
PFS
Produktivitäts-Fortschritt-System
Software-System zur Ermittlung und Darstellung
der Produktivität. Visualisierungsinstrument und System zur Vorgabezeitermittlung
aus BDE oder Selbstaufschreibedaten
PM-Analyse
Methode (innerhalb von TPM), zur Analyse der
physikalischen Ereignisse bei Maschinenstörungen (was passiert da
genau?)
PPS
Produktions-Planungs-System
Poka –Yoke
Narrensicherer Fehlervermeidungsmechanismus,
so dass Mitarbeiter sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann
und somit Fehler vermieden werden.
Policy Deployment
entspricht Hoshin Kanri
Produktionssystem
Strukturierung, Organisation und Regelung der
Produktionsprozesse, beginnend bei der Gestaltung der Produktionseinrichtungen
über die Arbeitsvorbereitung, Zeitwirtschaft und Materialbereitstellung
bis hin zum Fertigungsablauf vom Umformen bis zur Endmontage.
Prozess-Mapping
visuelle Dokumentation/Darstellung von tatsächlichen
Prozessen/Abläufen, Beschreibung der Ist-Situation, Grundlage für
die Verschwendungssuche; verschiedene Arten des Mappings, z.B. Flussdiagramm,
Blockflussdiagramm, Bereichsflussdiagramm, Input-Output-Diagramm
Prozesszeit
Eigentliche Bearbeitungszeit. Siehe auch Kundentakt
PTCA-Kreis
siehe PDCA
Pull-Prinzip
Ziehendes Produktionssystem: Material wird nur
infolge eines Bestellsignals (z.B. Kanban) bereitgestellt. Zeitpunkt und
Menge des bestellten Materials richten sich nach dem Bestellsignal des
nachfolgenden Prozesses (Kunde). Gegenteil ist das Push-Prinzip, welches
schnell zu Überbeständen führt
PZE
Personal-Zeit-Erfassung (meist technisch über
Terminals mit Schnittstellen zur Maschine sowie Software) meist zusammen
mit BDE
Q
QCC
Quality Control Circle, Qualitätszirkel
QEE
siehe GAE
QFD
Quality Function Deployment, Qualitätsplanung
zur systematischen Berücksichtigung von Kundenwünschen
R
Rüstzeit
Die Rüstzeit (Produktionsausfallzeit) ist
die Zeitspanne von dem letzten Gutteil des alten Produktionsauftrages bis
zum ersten Gutteil des neuen Produktionsauftrages.
S
SMED
Single Minute Exchange of Die; Rüsten oder
Werkzeugwechsel in einer einstelligen Minutenzahl (weniger als 10 Minuten)
SPC
Statistische Prozessregelung
Standards
Standards sind Basis für Qualität und
kontinuierliche Verbesserung und im Sinne von Kaizen dynamisch: Mitarbeiter
werden sowohl zur Einhaltung als auch zur Verbesserung der Standards angehalten
(siehe STCA)
Standardisierung
Beschreibung einer Arbeitsmethode, mit der die
Arbeit auszuführen ist.
STCA-Kreis
Standardisieren – Tun - Check (Prüfung)
- Agieren
Supermarkt
Verbraucherortnahe Kommissionierzone, in der
Teilesätze gebildet werden. Ziel: möglichst wenig Material am
Verbraucherort/Band und damit hohe Übersichtlichkeit/Transparenz
T
Taguchi Methode
entspricht DoE
Taktzeit
siehe Kundentakt
Toyota Produktionssystem
Methodenmix aus Kanban, Kaizen-Anwendung
und Methoden, Gruppenarbeit und Just-in-time. Wird bei Toyota systematisch
angewandt und gilt als eine der wesentlichen Gründe für den Erfolg
des Unternehmens. Bereits in den 80er-Jahren auch Lean-Methoden bekannt
geworden
TPM
Wartung, Total Productive Maintenance, Einbeziehung
der Werker in den Prozess der vorbeugenden Wartung von Anlagen und Maschinen
(autonome Instandhaltung)
TPS
Siehe Toyota-Produktionssystem
TQC
Total Quality Control
TQM
Total Quality Management – Ganzheitliches Qualitätsmanagement
U
Überproduktion
Wenn mehr produziert wird, als die nächste
Prozessstufe unmittelbar benötigt. Das Pull-Prinzip verhindert diese
Art der Verschwendung.
U-Layout
U-förmiges Layout: Input und Output der
Linie liegen nah beieinander, um lange Rückwege zu sparen.
U-shape
Siehe U-Layout
V
Verluste
Siehe Verschwendung
Verschwendung
Alle Aktivitäten, die Ressourcen verbrauchen,
aber keinen Wert erzeugen. Siehe auch 7 Arten der Verschwendung.
Value
Siehe Wert
Value stream mapping
Siehe Wertstromanalyse/-design
W
Wert
Der Wert eines Produktes oder einer erbrachten
Dienstleistung wird generell durch den Kunden definiert, und zwar über
einen spezifischen Mix der Merkmale Qualität, Kosten und Lieferservice.
Wertschöpfung
Alle Aktivitäten, die den Wert eines Produktes
oder einer Dienstleistung im Sinne des Kunden erzeugen.
Wertstromanalyse/-design
Stromaufwärts gerichtete Aufnahme und Darstellung
eines Prozesses/Wertstroms (umfangreicher als einfaches Prozess-Mapping)
zur Identifikation von Schwachstellen/Verschwendung (Ist-Map) und zur Prozessverbesserung
(Soll-Map = Design des idealen Wertstroms. Schwerpunkt: Verringerung von
Durchlaufzeit und Beständen)
WIP
Work in process. Umlaufbestände.
X
XYZ-Analyse
Die XYZ-Analyse ist ein Dispositionsverfahren
zur Einteilung des verwendeten Materials nach der Regelmäßigkeit
des Verbrauchs .
Z
Zykluszeit
für die Durchführung eines vorgegebenen
Prozessschrittes benötigte Zeit (d.h. die faktische Bearbeitungsfrequenz).
ZDF
Zahlen, Daten, Fakten
Arbeitsvorbereitung in der Gruppenarbeit
Die Prozesse Arbeitsvorbereitung oder Fertigungssteuerung
haben erheblichen Einfluß auf die Erfolge oder Mißerfolge der
Gruppenarbeit.
So sind die Aufgaben der oft sogar als eigenständige
Abteilung wie folgt zu beschreiben (typische Aufgaben)
a) Ausstattung des Auftrags mit den erforderlichen
Arbeitspapieren wie zb Arbeitsplan, Zeichnungen, Rückmeldescheine
b) Pflege und Erstellen von Arbeitsplänen
und sonstigen Arbeitspapieren
c) Kapazitätsplanung für Anlagen und
Mitarbeiter
d) Personalkapazitätsplanung und Bedarfsrechung
e) Auslastungsplanung
f) Prioritätenvergabe und Fertigungsreihenfolge
g) Rüstoptimierung durch Auftragszusammenfassung
Desweiteren sind die Mitarbeiter aus diesem Bereich oft auch mit Aufgaben der Zeitwirtschaft beauftragt, besonders die Pflege und Zuordnung von Vorgabezeiten und Kalkulationswerten. Auch die Rückmeldedaten werden oft an dieser Stelle aufbereitet, verarbeitet und an die Vorgesetzten kommentiert.
Sämtliche unter a bis g genannten Aufgaben
sind eng mit der Produktivität der Gruppe verbunden. Fehle die Arbeitspapiere
oder sind diese lückenhaft wird nicht vernünftig gefertigt, sind
die Kapazitätsplanungen auf Basis falscher Annahmen gemacht (zb ohne
Berücksichtigung anstehender Wartung oder kranker Mitarbeiter) wird
entweder zu wenig gefertigt (und damit mögliche Produktivität
verschenkt) oder aber es wird unnötig in Terminrückstand produziert
(was meist in Folge zur Ausserachtlassung der optimalen Reihenfolge führt)
Die falsche Reihenfolge oder Prioritätenvergabe
führt ebenso zu unbefriedigenden Ergebnissen wie eine mangelhafte
Auftragszusammenfassung.
Alle genannten Aufgaben und mögliche Auswirkungen haben zwei wesentliche Merkmale. Zum einen sind es Aufgaben, die einen außerordentlich hohen Praxisbezug haben, dh. vor allem ein Arbeiten vor ort und in Abstimmung mit der Realität erfordern. Zum anderen sind es Aufgaben, die normalerweise direkt die Gruppenziele tangieren oder darstellen. Demgemäß sind meistens in den Aufgabenbeschreibungen zur Gruppenarbeit ein Teil dieser Aufgaben in evtl. nur leicht geänderter Formulierung zu finden.
Mögliche Konfliktfelder
Damit befinden sich Mitarbeiter der Arbeitsvorbereitung
und Gruppensprecher oft in einer Art Konkurrenzsituation bei im Prinzip
gleicher Zielsetzung. Doch trotz der gleichen Zielrichtung gibt es in vielen
Fällen Kompetenzfragen, sei es bzgl. der „disziplinarischen Reihenfolge“
sei es wegen der gegenseitig oft unterstellten fehlenden Sachkompetenz.
Selbst wenn es keine Konkurrenzsituation gibt, läuft das Unternehmen
Gefahr, daß diese Aufgaben doppelt oder in Einzelfällen gar
nicht gemacht werden (da sich beide Parteien auf den jeweils anderen verlassen).
Lösungen
1) Zunächst ist zu fordern, daß bei
der Gestaltung der Gruppenarbeit alle Felder und Schnittstellen untersucht
werden und für jede „Schnittstelle“ Spielregeln und Aufgabenbeschreibungen
definiert werden. Dies kann zb in der Art erfolgen, daß diese Aufgaben
klar genannt werden und die Zuständigkeiten exakt festgelegt werden.
2) Manche Unternehmen erweitern die Gruppenarbeit
und integrieren die Arbeitsvorbereitung in die Gruppen. Dies ist jedoch
nur dann sinnvoll, wenn eine Gruppe einen AV-Mitarbeitern vollständig
auslastet, also bei sehr komplexen Aufgabenstellungen
3) Andere Unternehmen gehen den umgekehrten Weg:
Sie verlagern die Aufgaben, nicht den Mitarbeiter der AV, in die Fertigungs-Gruppe.
Das wiederum funktioniert nur, wenn die AV-Aufgaben nicht zu komplex sind
und ei Person wie auch Position des Gruppensprechers dies zuläßt.
Mit Ausnahme des dritten Weges ergibt sich bei
der Einführung, spätestens bei der Konsolidierung der Gruppenarbeit,
die Mitarbeiter der AV bzw. Fertigungssteuerung mit in das Trainingsprogramm
der Gruppen aufzunehmen.
Das bedeutet konkret:
Schulungen für diese Mitarbeiter (evtl.
gemeinsam mit den Gruppensprechern) zu den folgenden Themen:
a) Kommunilkation, Fragetechnik und Gesprächsführung
b) Moderation
c) Projektarbeit
d) Problemlösungstechniken
Damit wird die Handlungskompetenz deutlich gefördert
durch das Zuführen von Methodenkenntnissen, die Situation entspannt
sich bei konsequenter Anwendung des Erlernten.
Die nachfolgende Aufzählung ist nicht vollständig. Sie zeigt einzelne Merkmale von KVP bzw. Vorschlagswesen auf, nicht alle Merkmale müssen gleichzeitig zutreffen
KVP:
Vorschlagswesen:
Anmerkungen
zur Prozeßoptimierung
Teamzusammensetzung und indirekte
Mitarbeiter
Bei der Überarbeitung von Fertigungsprozessen sowie bei der Einführung von Teamarbeit gibt es regelmäßig Diskussionen über die optimale Besetzung eines Teams bzw. die organisatorisch Gestaltung des Prozesses. Eine pauschale Antwort ist dabei nicht einfach zu geben, die Teamgröße (Mitarbeiteranzahl) hängt ab in erster Linie von:
Zur optimalen Besetzung gehört auch das
Reduzieren von Schnittstellen. Schnittstellen entstehen mit zunehmender
Komplexität der Aufgaben. Unter Komplexität ist hierbei die Gesamtheit
der Aufgaben zu verstehen, die zum Prozeß gehört. Nicht also
nur die Fertigung mit der traditionellen Schnittstelle Rüsten (Einrichten
von Maschinen) sonder auch Tätigkeiten der „indirekten Mitarbeiter“
Jede Schnittstelle bringt Effizienzverluste
mit sich. Diese sind verursacht durch
Lösungen
Insofern gehört zu einer angestrebten Effizienzverbesserung immer die Reduzierung der Schnittstellen. Dies geschieht normalerweise durch die Integration der betroffenen indirekten Mitarbeiter in das Prozeßteam. Integration bedeutet
Eine Integration kann natürlich nur dort
problemlos erfolgen, wo die Aufgaben der indirekten Mitarbeiter „ausreichend
vorhanden“ sind. So wird oft gerade im Bereich Instandhaltung es nicht
möglich sein, ausreichende Instandhaltungskapazitäten in jede
Prozeßgruppe einzubinden.
Bekannte Probleme im Produktionsbereich
Nachfolgend einige typische Probleme im Fertigungsbetrieben. Für die meisten der Problem dient die konsequente Anwendung moderner Methoden der Arbeitswirtschaft – besonders der dynamischen Arbeitswirtschaft- als praxisbewährter Lösungsweg.
Fehlende
Transparenz der Prozesse, kein klarer Produktionsfluß
Unklare
oder nicht definierte Produktionslogistik
Übergabepunkte
nicht definiert, Bring- und Holschuld kollidieren, fehlende Verantwortlichkeiten
Keine
Kenntnis über Zeitbedarf einzelner Arbeiten, Produkte; fehlende oder
veraltete Vorgabezeiten
Keine
Transparenz über Leistung und Produktivität der Maschinen, Maschinengruppen,
Mitarbeiter, Gruppen und/oder Abteilung
Keine
Transparenz über Auslastung oder Nutzung der Maschinen, Maschinengruppen.
Pufferbildung
und Zwischenlager, oft mit unklarem Status oder Kennzeichnung
Auftragsbeginn
ohne vollständige Unterlagen und Material
Unklarer
Rüstaufwand, keine Rüststrategien, keine Rüstzeitminimierung
Statt
Rüstzeitminimierung nur Anstreben größerer Losgrößen
und Auftragsbündelung
Schlechte
oder fehlende Terminüberwachung
Keine
regelmäßige Ergebnisvisualisierung von Produktivität und
Nutzung
Keine
tagesgenauen Rückmeldeprinzipien, Pufferung und Sammlung von Leistungsgutschriften
Starre
Arbeitszeiten und wechselnde Auslastungssituationen
Keine
Prinzipien und Regularien für Kaizen und KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozeß)
Zu
große Führungsspanne, schwammige Zuständigkeiten und Vertretungsregeln
Führung
eher klassisch, fehlendes Methoden- und Führungswissen bei Vorgesetzten
Strenge
Trennung zwischen Werker und Einrichter
Klassische
Akkordentlohnung bei nicht vollständig manuellen Prozessen und Tätigkeiten
An
Schlüsselmaschinen und Kernprozessen keine oder mangelhafte Überwachung
von Qualität, keine Aufzeichnung und Visualisierung von Ausschuß
oder defekten Teilen.
Killergleichung
vorhanden: Verneinung der Messung = Verneinung der Leistung
Ausreden
und Bequemlichkeiten: Messung von Ergebnissen sei nicht möglich wegen
Komplexität oder nicht nötig wegen fehlendem Leistungslohn
Übereilte
Einführung von BDE (Betriebsdatenerfassung) mit unklaren Zielen und
Detailverliebtheit und gleichzeitig standardisierter Auswertungen (Es ist
eine Gradwanderung zwischen: „Wer viel mißt, mißt Mist“ und
„Miß es oder vergiß es“)
Reines
Verrichtungsprinzip oder Werkstattorientierung, kein Prozeßdenken
Fehlende
Nachkalkulationen
Fehlende
Vorkalkulation, mangelhafte Kalkulation auf Schätzwerten
Fehlende
Strategien zur Vermeidung von Nebenzeiten und Verschwendung
Hoher
Gemeinkostenanteil
Fixer
Gemeinkostenanteil konstant über Jahre in Kalkulation
Fixe
Zeiten für Reinigung und Instandhaltung (zb immer Freitags Reinigen)
Mitarbeiter
sind nicht über Kosten und Produktivitätsentwicklung informiert,
Führungskräfte der Fertigung kennen nur Schätzwerte.
Bestehende
Auswertungen und Berechnungen werden durch die Ersteller selbst als falsch
von Anfang an bezeichnet (da zb. falsche Daten einfließen oder wesentliche
Daten fehlen)
Führungskräfte
wissen nicht, welche Maschinen oder Gruppen oder Prozesse sich verbessern
und welche sich aktuell verschlechtern. Deshalb erfolgen keine zielgerichteten
Maßnahmen
Kein
Feedback an Mitarbeiter
Kein
Feedback von anderen Abteilungen an Produktion über Erfolg oder Mißerfolg
Führungskräfte, besonders in der Produktion, haben immer wieder das Problem, daß es an Leistung fehlt in der Abteilung, bei einzelnen Mitarbeitern. Ein erste Schritt in die richtige Richtung ist sicher, die Leistung, die Produktivität zu messen. Dabei muß das Prinzip „ohne wenn und aber“ gelten, d.h. es darf keine Schlupflöcher geben. Ein typisches Schlupfloch sind unkontrollierte Nebenzeiten.
Typische Schlupflöcher, die durch aktive Führung beseitigt werden können:
1) Vor Schichtende wird gerüstet für
die nächste Schicht oder den nächsten Tag
Das ist eine Garantie, daß der letzte Auftrag davor meist gestreckt
wird und das Rüsten genau bis zum Schichtende dauert...
2) Umziehen
Vor Arbeitsende ziehen sich die Mitarbeiter um. Die meisten sind der Meinung,
das gehöre zur Arbeitszeit. Ebenso bei Arbeitsbeginn: Viele Mitarbeiter
sehen die Stempelzeit am Werkstor als Arbeitsbeginn...
3) Reinigung zum Schichtende
Meist nichts anderes als das Deckmäntelchen für Nichtstun die
letzten 20-30 Minuten
4) Rüsten zum Schichtbeginn
Man läßt es langsam anlaufen... („nur mit der Ruhe“)
5) Feste Reinigungszeiten
Hier kann man sicher sein, daß vor der Reinigung nicht viel geht
6) Vorgabezeiten für Reinigung
Meistens viel zu groß. Wenn sie nicht ausreichen wird meist einfach
weniger gereinigt
7) Pausen
Besonders nach der Pause dauert es bis alle Mitarbeiter am Platz sind und
die Produktion wieder läuft
8) Richtzeiten für Rüsten
Meist nicht richtig überprüft, deshalb oft zu groß. Optimierung
nur
zum Nutzen des Mitarbeiters
9) Schlange an Stempeluhr
Immer wieder zu beobachten. Mitarbeiter stehen in Reih und Glied vor Schichtende
bereits angezogen an der Stempeluhr und warten auf das Weiterrücken
des Minutenzeigers
10) Nacharbeiten
Qualität gilt oft als akzeptierte Entschuldigung für jede Art
der Verschwendung
typische Kennzahlen in der Gruppenarbeit
Kennzahlen gibt es viele. Leider auch viele, die
ziemlich wenig aussagen, besonders für Aussenstehende.
Bei Gruppenarbeit gilt: Die Gruppenmitarbeiter
müssen sie verstehen, nicht nur die Vorgesetzten alleine. Und ganz
wichtig: Die Vorgesetzten müssen sie erklären können, ohne
Not, ohne "Spickzettel", ohne rote Ohren zu bekommen.
Und weiter gilt als Anforderung:
"ERNST"
d.h. die Kennzahl muß
einfach erzeugbar,
einfach rechenbar,
einfach nachprüfbar
einfach sichtbar
gemacht
und täglich
bzw. regelmäßig und ohne goßen Zeitabstand (Jahreszahlen
sind nutzlos)
Einige typische Kennzahlen sind hierbei
1. Produktivität
2. Personalproduktivität
3. Maschinen(Anlagen-)Produktivität
4. Kosten je Stück
5. Kosten je Stunde
6. Mitarbeiter-Fehlzeit in %
7. Nacharbeit in % (Zeit)
8. Nacharbeit in % (Menge)
9. Nutzung der Anlage
10. Verfügbarkeit der Anlage
11. Rüstzeitanteil % (der Gesamtzeit)
12. Stillstandszeit in Stunden
Mehr braucht man auf keinen Fall! Normalerweise reichen zur Steuerung und Veränderung 2-3 Kennzahlen nach dem obigen Kriterium.
demokratisch gewählter Gruppensprecher als Voraussetzung?
Diese Frage wird stets lange vor der Einführung
der Gruppenarbeit gestellt. Jahrelang galt der demokratisch gewählte
Sprecher als ein Merkmal der idealen Gruppenarbeit. Besonders von Betriebsräten
und auch von Gewerkschaften wird diese Vorgehensweise präferiert.
Selbstverständlich spielt bei dieser Grundlagendiskussion
die politische "Färbung" eine nicht unerhebliche Rolle. Gleichwohl
sollte man sich darüber im Klaren sein, daß ein Unternehmen
kein demokratisches Gebilde ist, Demokratie keine Grundlage für
die Führung eines Unternehmens darstellt. Dies gilt dann zwingend
für alle Ebenen. Entscheidend sind fachliche und soziale Qualifikation
sowie Begeisterung (Motivation). Alle drei Voraussetzungen lassen sich
nicht demokratisch erwirken.
Insofern ist die Antwort eigentlich klar und
wird durch viele praktische Erfahrungen untermauert: Nein: die demokratische
Wahl des Sprechers ist keine Notwendigkeit, im Gegenteil: Wenn es damit
ermöglicht wird, daß Stimmungen über Qualifikation und
Engagement die Oberhand gewinnen, ist es sogar schädlich.
Nur im Falle von wirklich vergleichbaren Voraussetzungen
(in Form von Qualifikation, Eignung) und der notwendigen Auswahl aus mehreren
in Frage kommenden Kandidaten kann ein Wahlprozeß der Weg zur Lösung
sein. Nur dann!
häufiger Fehler und Ursache für Scheitern "heimliche" Bürokratie
Oft geschieht es in Unternehmen, daß durch
Sachbearbeiter in eigentlich eher (dem Thema entfernten) Abteilungen die
Bemühungen untergraben werden. Wird zb. eine Variabilisierung der
Arbeitszeit eingeführt, so muß darauf geachtet werden, daß
dies nicht untergraben wird. Gelegentlich verlangen zb. Mitarbeiter aus
der Personalabteilung (oder Lohnbüro) einen Stundennachweis für
weniger verbrauchte Stunden, oder es wird verlangt, daß der Mitarbeiter,
der früher gehen will, dies schon morgens ankündigt, oder daß
er ein Formular ausfüllt oder sofort benennt, wann er die Stunden
nachbarbeitet. All diese Beispiele führen dazu, daß die variable
Arbeitszeit bald nicht richtig mehr genutzt werden wird, höchstwahrscheinlich
nicht im Sinne einer besseren Produktivität.
Deshalb: all diese Bürokratie abschaffen!
Nachpürfen und nachfragen, ob auch wirklich nicht noch alte Zöpfe
vorhanden sind oder eine Abteilung "Wichtig" neue, nicht abgestimmte, Ideen
entwickelt.
Immer wieder beobachtet: mit viel Aufwand wird
das eingeführt, was die Grundelemente der Gruppenarbeit sind, zb.
a) Visualisierung der Produktivität b) Gruppengespräche c) Pflege
eines Grupppen-Infoboards. Die Verantwortung wird dem Gruppensprecher oder
dem Vorgesetzten übertragen. Nach einigen Monaten werden die Gruppengespräche
reduziert, fallen immer öfters aus, die Visualisierung ist nicht mehr
da oder veraltet und die Infoboards verwaist und beschmutzt. Als Ursache
wird genannt, daß das Thema etabliert sei und dieser Mittel nicht
mehr bedürfe, oder aber daß die Ergebnisse in Ordnung sei und
man deshalb ein Auge zudrücke.
In beiden Fällen wird vergessen, daß
der Gruppenarbeit damit eine Basis genommen wird, daß Effekte, die
durch Mitdenken aller Beteiligten entstehen, verschwinden. Daß die
Ergebnisse noch gut sind, entschuldigt nicht. Denn was geschieht, wenn
die Ergebnisse mal schlechter werden. Dann war fast alles umsonst und man
kann die Strukturen mühsam wieder neu aufbauen (mit den dann entsprechenden
Vorbehalten der Mitarbeiter)
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